PEEK erobert den Medizinmarkt


Immer häufiger werden chirurgische Instrumente, Endoskope und vor allem Implantate aus PEEK (Polyetheretherketon) gefertigt. Seinen Erfolg verdankt der Hochleistungskunststoff, den Evonik unter dem Namen VESTAKEEP® vermarktet, seinen mechanischen Eigenschaften, seiner Röntgentransparenz und seiner Biokompatibilität.


Ein er Studie von Frost & Sullivan zufolge gehören Rückenschmerzen zu den häufigsten Beschwerden in den USA – allein im Jahr 2005 gingen die US-Amerikaner wegen Problemen mit Bandscheiben oder Wirbelsäule knapp 20-millionenmal zum Arzt. Bisweilen hilft nur ein chirurgischer Eingriff gegen die Schmerzen: Jedes Jahr werden in den USA mehr als 800.000 Operationen an der Wirbelsäule durchgeführt. Zu den gängigen Methoden gehören je nach Alter und Krankheitsbild die Entfernung von Bandscheiben (Diskektomie) oder von Teilen des Wirbelkörpers (Laminektomie), der Ersatz von Bandscheiben durch Implantate und die Stabilisierung (Non Fusion) oder Versteifung (Fusion) des entsprechenden Wirbelsäulenabschnitts ebenfalls mit Implantaten.

Immer häufiger greifen Hersteller medizinischer Produkte in der Wirbelsäulenchirurgie, aber auch in Bereichen von Traumatologie und Orthopädie zu Polyetheretherketon (PEEK), wenn es um die Fertigung von Implantaten oder medizinischen Instrumenten geht. Das Material, das Evonik unter dem Namen VESTAKEEP® vermarktet, ist biokompatibel, inert gegen Körperflüssigkeiten und lässt sich einfach zu individuellen Implantaten verarbeiten. Gegenüber Titan, dem klassischen Implantatmaterial, punktet es außerdem mit Röntgentransparenz und einer Elastizität, die etwa der von Knochen entspricht. Wegen seiner herausragenden Eigenschaften hat sich PEEK mittlerweile zum wichtigsten thermoplastischen Ersatzstoff für Titanimplantate entwickelt.

Da Implantate ein Leben lang halten sollen, müssen die dafür genutzten Materialien sowohl biostabil als auch mechanisch beanspruchbar sein. Lange Zeit war dies ausschließlich die Domäne von Titan oder Kobalt-Chrom. Doch inzwischen werden immer Wirbelsäulenimplantat aus PEEK: Die höhere Elastizität von VESTAKEEP® im Vergleich zu Titan reduziert Spannungsspitzen an der Grenzfläche von Knochen und Wirbelsäulenimplantat mehr Implantate aus PEEK eingesetzt, die sich, aus Halbzeugen gefertigt, besser zerspanen lassen oder, im Spritzgießverfahren hergestellt, noch zusätzliche Designfreiheit gewähren.